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Laser statt Plastik: Rewe stellt Plastikverpackungen ein

- Ferhat Ziba

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Paradoxerweise wird in Rewe und Penny Märkten Bio Gemüse und Bio Obst häufig in Plastikverpackungen angeboten. Grund dafür ist, eine Unterscheidung zwischen konventionell angebauten Produkten und Bioprodukten möglich zu machen. Auf der Plastikhülle steht oft in groß und grün „Bio“ drauf. Doch dafür drei Avocados mit einer Plastikverpackung umhüllen zu müssen, wird der Rewe Group nun zu viel. Schon seit längerer Zeit versucht Rewe die Anzahl an Plastikverpackungen zu reduzieren. Deshalb testet die Supermarktkette nun ein neues Laserverfahren. Die Produkte sollen künftig alle nötigen Kennzeichen und Informationen auf der Schale tragen.

Kein Plastik mehr

Schon seit über einem Jahr gibt es bei Rewe keine Plastiktüten an der Kasse mehr zu kaufen. Zwar gibt es noch Papiertüten, die ebenfalls für die Rodung von Bäumen sorgen, allerdings sind dies wenigstens erneuerbare Rohstoffe. Wen die Vermüllung der Meere durch Plastik oder auch die unglaubliche Zahl an Schlachtungen für die Fleischindustrie näher interessiert, findet unter https://techwatch.de/schlachthaus/ eine eindrucksvolle Grafik über die sekündliche Vermüllung- und Schlachtungszahl aus verschiedenen Ländern. 

Doch zurück zu den Bioprodukten. Es könnte durch das Einsparen der Verpackung eine extrem große Menge an Plastik vermieden werden. Wichtig zu wissen ist, dass der Laser keine Einwirkung auf den Geschmack oder die Qualität des Produktes hat. Farbpigmente überträgt der Laser nur in die äußere Schale des Gemüses oder der Frucht und beeinflusst damit in keinster Weise das Geschmackserlebnis. 

Süßkartoffeln und Avocados

Wer diese beiden Gemüsesorten kennt, weiß dass deren Schale relativ dick ist. Deshalb werden sie als erste Testprodukte verwendet. In Nordrhein-Westfalen sollen 800 Rewe und Penny Märkte die „neuen“ Produkte testen. Vier Wochen nach der Einführung soll dann Bilanz gezogen werden, um den Erfolg oder Misserfolg festzustellen. Das Ziel der Rewe Group ist es, nach und nach unnötige Plastikverpackungen aus dem Regal zu verbannen. 

Nach dem ersten Schritt, dem Austausch der Plastiktüte gegen die Papiertüte, ist dies nun der zweite beachtenswerte Schritt des Supermarktriesen. Der Einzelhandel nimmt sich daran ein Beispiel und gibt zukünftig keine Plastiktüten mehr umsonst her. Nahezu in jedem Supermarkt müssen Plastiktüten zum Transportieren deshalb mittlerweile mit einem kleinen Centbetrag gekauft werden. Naturschützer fordern weiterhin das Verbot der Plastiktüte. Bislang ist das noch nicht realisiert worden, immerhin kostet eine Tüte den Supermarkt fast Garnichts. 

Auch da ist die Rewe Group fortschrittlicher als viele Konkurrenten. Penny gibt Kunden beispielsweise kleine Rabatte, wenn sie mit einer selbst mitgebrachten Stofftasche einkaufen. Das ist zwar keine materielle Lösung für Plastik, doch die Richtung der Rewe Group ist definitiv die Richtige. Stofftüten sind für den Wiedergebrauch auch an der Kasse jedes Pennys und Rewes erhältlich.

Alternativen zu Plastik

Wen die Grafik von Techwatch.de erschreckt hat, der findet Beruhigung in vielen wissenschaftlichen Ideen, die alternative Materialien für Plastik darstellen. Ari Jónsson entwickelte beispielsweise eine „Plastikflasche“ aus Algen. Die Wasserflasche ist genauer gesagt aus Agar (Substanz, die aus Algen gewonnen wird) und Wasser. 

Vorerst geleeartig in der Herstellung, sorgt ein schnelles Herunterkühlen durch Eis für eine Starre, die die Flasche Wasser transportieren lässt ohne dabei wieder zu Gelee zu zerfallen. Ist die Flasche leer beginnt der Abbauprozess. Die Flasche kann also einfach weggeworfen oder sogar gegessen werden.

Eine andere tolle Idee liefert „Ooho Water“. Die Firma hat eine Hülle entwickelt, die Wasser als großen Tropfen kugelrund umhüllt und dabei flexibel bleibt. Man stellt sich also einen durchsichtigen Tischtennisball gefüllt mit Wasser vor (eine ausführliche Erläuterung finden sie hier). Der kann dann einfach „eingeworfen“ werden wenn man seinen Durst löschen will. Die Tragebox für sechs Wasserkugeln ist selbstverständlich aus natürlichen Materialien und biologisch abbaubar

photo credit: Angelbattle bros Fall grub. In our crisper drawer. For a ratatouille via photopin (license)