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Das Wearable „trackle“ soll zu Schwangerschaften helfen

- Ferhat Ziba

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Über sechs Millionen Paare haben einen Kinderwunsch, der nicht so einfach zu erfüllen ist wie gedacht. Bei zwei Millionen bleibt er sogar ganz aus. Verschiedene Methoden ermöglichen Frauen das genaue Tracking des Zyklus, um die Chance auf eine Befruchtung zu erhöhen. Eine davon ist die sogenannte Temperatur Methode. Darunter versteht sich das Messen der Kerntemperatur, womit –bei richtiger Anwendung- genau so gut verhütet werden kann wie mit der Pille. Auf der anderen Seite können auch die fruchtbarsten Tage im Monat bestimmt werden. Ein Crowdfunding Projekt namens „trackle“ soll Frauen dabei mehr Sicherheit in der Aufzeichnung geben und so die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen.

Ein Wearable der besonderen Art

Mit besonderer Art ist neben dem eher ungewöhnlichen Einsatzbereich auch das tatsächliche „Tragen“ des Wearables gemeint. Um dies näher erläutern zu können, vorerst die Temperaturmethode nochmals etwas genauer erklärt. Über die niedrigste Körperkerntemperatur eines Tages kann der Zyklus der Frau exakt bestimmt werden. Diese Temperatur steigt beim Eisprung der Frau an, weshalb eine Aussage über die Fruchtbarkeit dadurch sehr genau möglich ist. Deshalb nutzen viele diese Methode auch zur Verhütung, was sehr gut klappt wenn sich keine Fehler in der Umsetzung einschleichen.

Und genau da liegt die Hürde für viele. „Nein, das ist mir zu unsicher“ hört man oft in diesem Zusammenhang. Nicht ganz zu Unrecht, denn die gemessene Aufwachtemperatur besitzt häufig durch äußere Einflüsse keine 100 prozentige Aussagekraft. Außerdem kann auch die Übertragung auf das Zyklusblatt fehlerhaft sein.

Trackle schafft Abhilfe

Das Wearable „trackle“ von Gründerin und Geschäftsführerin Katrin Reuther bewahrt alle Vorteile der Temperaturmethode, minimiert aber stark die Fehlerbehaftung. Das tampongroße Messgerät wird über Nacht vaginal getragen und kann somit die exakte Kerntemperatur messen. Komplett in Silikon gegossen lässt es sich am Morgen in der Ladestation aufladen und sendet zugleich alle Daten über Wlan auf das verbundene Smartphone.

Das selbstlernende System macht sehr genau Prognose darüber, wann sich die Frau in der fruchtbaren oder nichtfruchtbaren Phase befindet. Auch Frauenärztin Dr. Tonja Ameziane aus Bonn sieht das Produkt als sehr sinnvoll an, um Fehler zu vermeiden und ungewollte Überraschungen zu vermeiden. 

Wurde das Messinstrument über mehrere Wochen getragen, stellt es sogar Prognosen für Tage in der Zukunft aus, die anhand der bereits gemessenen Daten sehr genau sind und von Tag zu Tag genauer werden. 

Crowdfunding zur Realisierung

Das medizinische Produkt wurde in Deutschland entwickelt und soll dort auch hergestellt werden. Doch um den enormen finanziellen Aufwand stemmen zu können, stützt sich Erfindern Katrin Reuther auf die Crowdfunding-Plattform www.startnext.de

Für ein langfristiges Bestehen besitzt die Firma bereits Zusagen verschiedener Investoren. Beispielsweise sagt die NRW Bank und die Startup Plattform Rheinland Pitch ihre Unterstützung zu. Vom Magazin „Digitale Wirtschaft NRW“ wurde das Unternehmen zu den besten 10 Startups gewählt und ist dadurch auf der Cebit zwischen 20. Und 24. März 2017 mit einem eigenen Stand vertreten (Startup Halle „Scale 11“ am DWNRW-Stand, Halle 11, B 56). 

Das Projekt hat Hand und Fuß. Nach der Gründung im Jahr 2015 hat eine stetige Verbesserung des Produkts letztendlich zum Erfolg geführt. „trackle“ gibt Frauen ein sichereres Gefühl bei der Verhütung, ermöglicht aber auch das Erkennen der fruchtbarsten Zeit im Monat, wodurch ein Kinderwunsch durch das Produkt sehr viel näher rückt. Eine tolle Idee mit einer tollen Umsetzung, hoffen wir dass es vielen Paaren zu einer Familie verhilft!

photo credit: dMadPhoto Envoltorio de regalo. via photopin (license)